Ursprünge
Marokko: mit Henna traditionell bemalte Hand, zutraulicher KamelmundDas Bemalen des Körpers mit farbigen Materialien gibt es in der Menschheitsgeschichte schon seit Urzeiten. Womit schmückten sich aber diese Menschen und welche Farben verwendeten sie? Es waren ganz einfach die Farben, die es überall gab. Die Steinzeitmenschen malten mit Erdfarben. Mit Ocker dem schwarzen Manganoxid oder mit der Holzkohle. Sie malten mit Tierhaaren, die sie an Stöcke banden oder sie trugen die Farben gleich mit der Hand auf.
Gewonnen wurden diese natürlichen Pigmente aus farbigen Erden. Diese Pulver vermischte man mit einem Bindemittel wie z.B. Wasser und pflanzliche Öle oder tierischen Fetten. Übrigens weiß man das alles aus Funden in Höhlen wie die „Grotte Chauvet" in Südfrankreich, die zu den bedeutendsten „Bilderhöhlen" der Welt zählt.
Die größte Bedeutung besaß die Körperbemalung bei den Indianern. Die Bemalung galt als Maßstab für die Wertschätzung innerhalb der Gruppe. Sie gab Auskunft über die Verdienste eines Mannes bei der Jagd und im Krieg. Die Farbe Rot galt als Farbe des Krieges und symbolisierte den Erfolg, während die Farbe Blau (z.B. bei den Cherokee) Niederlage und Schwierigkeiten verkörperte.
Bei den Ureinwohnern in Papua-Neuguinea wurden das Gesicht und der Körper zu besonderen festlichen Anlässen wie Initiationsfeiern, Totenfeste, Jagdzüge oder Heilungszeremonien bemalt. Die Bemalung war zugleich ästhetischer als auch Ausdruck der sozialen Stellung eines Stammesmitgliedes.
Der Farbe Rot schrieb man bei den Stämmen Afrikas ebenfalls Heilwirkung zu. Die jungen Männer und Frauen trugen bei den Initiationsfeiern die Farbe Weiß, welche sie aus Lehm, Mehl, Kaolin oder zerkleinerten Muscheln herstellten, als Symbol für Reinheit.
Die möglichen Bedeutungen dieser Zeichen waren oder sind immer noch: Schmuck des Körpers Schutz vor äußeren Einflüssen, Dämonen und Magie Schutz des Körpers vor Insekten medizinisch-hygienischen Zwecke Tarnung Trauer Kriegsbemalung Kennzeichnung
